Fachtagung 

am 05.11.2018 in Salem 

Fazit und Rückblick

Familienerholung – Stärkt. Bildet. Verbindet.

Fachtagung mit Blick über den Tellerrand hinaus

„Die Familienferienstätten gehen aktiv auf Jugendämter und Träger der Familienbildung zu“, betonte Michael Bauer, Vorsitzender des Arbeitskreises Gemeinnütziger Familienferienstätten (FFMV) in Mecklenburg Vorpommern, in seiner Moderation auf dem FFMV-Fachtag im Ferienland Salem. „Wir ziehen an einem Strang im Sinne der Familien, die unserer Unterstützung bedürfen.“

Von Salem aus ins Land geschaut

Das Kolping-Ferienland Salem als Veranstaltungsort zentral in Mecklenburg-Vorpommern gelegen ergänzte als Gastgeber mit dem FFMV-Fachtag sein Festprogramm zum 20jährigen Bestehen der Familienferienstätte am Kummerower See. Die fast 50 Teilnehmenden konnten sich ein Bild machen zur Situation der gemeinnützigen Familienerholung deutschlandweit. Christina Borchert, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung (BAGFE), erläuterte das Verständnis von Familienerholung der rund 90 in der BAGFE zusammengeschlossenen Einrichtungen und ging auf die für 2019 zu erwartenden gemeinsamen Qualitätskriterien ein. Wunderbar für die bestehenden Arbeitskreise auf Bundeslandebene war es zu erfahren, dass sich in Nordrhein-Westfalen derzeit neun Familienferienstätten zu einer Landesarbeitsgemeinschaft Familienerholung organisieren.
Besondere Erfahrungen präsentierten Referenten und Teilnehmer aus Thüringen und Niedersachsen. Bernd Wernicke vom AWO SANO Ferienzentrum Oberhof erläuterte im Namen des Arbeitskreises der Familienferienstätten in Thüringen den „Thüringer Weg“ in der gemeinnützigen Familienerholung – hier gibt es auch in Zukunft die finanzielle Förderung einer sozialpädagogischen Fachkraft und für Familienbildungsangebote. „Wir sehen uns als Dienstleister für die Landkreise und erarbeiten besondere Angebote beispielsweise für Pflegefamilien oder für Familien, in denen behinderte Kinder oder Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen leben“. Von einem besonderen Engagement konnte auch Patrick Hollmann von der AWO SANO Nordsee für Niedersachsen berichten. Das Urlaub&Pflege – Angebot (bewährt bei der AWO SANO seit gut 13 Jahren) wird erfolgreich seit 2017 auch im Ferienzentrum am Deich in Burhave durchgeführt. Er verwies auf die gut funktionierende Kooperation mit der AWO Hannover, die unerlässlich ist, damit pflegende Angehörige ihre Auszeit zwischen Ebbe und Flut genießen können, während die erkrankten Angehörigen liebevoll betreut werden.

Damit Erholung ganz normal wird…

„Die gemeinnützige Familienerholung ist eines von vielen Puzzleteilen in der Familienpolitik.“ Das betonte Elke Ecklebe vom Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung in Mecklenburg-Vorpommern auf der Tagung, die unter der Schirmherrschaft von Ministerin Stefanie Drese stand. Sie verwies auf die Notwendigkeit der Kooperation und Vernetzung der Träger der Familienbildung vor Ort mit den gemeinnützigen Familienferienstätten und erläuterte die Möglichkeit des finanziell geförderten Familienurlaubs in Mecklenburg-Vorpommern. Ganz eindeutig als Pflichtaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe nach §16 SGB VIII bezeichnete die Referentin Karolin Königsfeld vom Jugendamt Hürth die Familienerholung, die für alle Familien offen stehen soll. Die Familienerholung sieht sie als Ressource zur Stressbewältigung und Resilienzförderung im Familienalltag – oder auf das Motto der Veranstaltung bezogen:

Familienerholung stärkt durch Anerkennung und Wertschätzung (Ich bin…)
Familienerholung bildet durch neue Erfahrungen und Mitwirkung (Ich kann…)
Familienerholung verbindet durch neue Kontakte und Teilhabe (Ich habe…)

An das Ende ihres Vortrages stellte die Referentin den Wunsch, dass die gemeinnützige Familienerholung in Zukunft mehr Bedeutung auch im Bereich der Frühen Hilfen einnimmt und verwies auf das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH).

Gut vernetz in MV

Zum Reallabor Familienbildung referierte Antje Lentz-Becker von der Hochschule Neubrandenburg. Das Projekt ist am Jahresanfang gestartet und hat das Ziel, in verschiedenen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern praktisch zu erproben, wie Familienservice als unterstützende Leistung für Familien gestaltet werden kann.

Vielfalt und Gemeinsamkeit

Ganz praktische Erfahrungsberichte bestimmten den Nachmittag der Fachtagung. Verschiedene Träger und Einrichtungen stellten ihre Sicht auf Familienerholung dar. Als besonders interessant erwiesen sich die Best Practice Beispiele aus den Familienferienstätten. Der Bogen spannte sich von Familienfreizeiten, über Kooperationen mit Trägern der Familienbildung vor Ort, über Rüstzeiten, über Sommerurlaub für kinderreiche Familien bis hin zu Urlaub & Pflege oder Angebote von Ferienstätten in den Urlaubsorten, die sowohl eigenen Gästen als auch anderen Urlaubern oder Einwohnern offen stehen.

 

 

Bildergalerie

Downloads

Folgende Referate stellen wir Ihnen zum Download zur Verfügung:

Karolin Königsfeld, Jugendamt Hürth: Familienerholung als Pflichtaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe (1 MB)

Christina Borchert, Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung: Familienerholung in gemeinnützigen Familienferienstätten (291 kB)

Bernd Wernicke, AWO SANO Thüringen: Der Thüringer Weg (4 MB)

Anja Lentz-Becker, Hochschule Neubrandenburg: Reallabor Familienbildung (616 kB)